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Nr. 31 - Auf Reisen: Ich weiß nicht was soll es bedeuten

Bild von majoRahn
   

 

Ich weiß nicht was soll es bedeuten ...

 

Hast du dich auch schon mal gefragt, warum ein Sempervivum diesen und keinen anderen Namen hat? Manchmal ist die Antwort ganz einfach. Da heißt z.B. ein Sempervivum "Karin" weil die Frau des Züchters Karin heißt.

Aber warum, so frage ich mich, heißt ein Sempervivum "Lorelei"?

Ich kenne eine Lorelei aus meiner Kindheit. Meine Eltern haben früher mit uns 4 Kindern öfters einen Ausflug an den Rhein gemacht. Unterwegs zeigte uns der Vater den Felsen namens Lorelei und die Mutter erzählte uns die schaurig schöne Geschichte von der Nixe mit gleichem Namen. Sie saß ganz oben auf dem Felsen, so berichtete sie, und kämmte ihr langes, seidenes, blondes Haar mit einem güldenen Kamm. Wenn ein Schiff vorüberzog, konnte der Steuermann seinen Blick nicht von der Schönen lassen und verlor die Beherrschung über sein Gefährt. Dieses lief dann auf einem Felsen auf und sank und alle die im Schiff waren ertranken.

Die Lorelei aus meiner Kindheit war hell, geheimnisvoll und strahlend schön. Mein Sempervivum "Lorelei" ist auch schön, aber von einem dunkelsten Dunkel.

Sempervivum heuffelii "Lorelei" - auch Jovibarba heuffelii "Lorelei".

Züchter: Cornelis Versteeg (NL), 1988.

Foto vom 12. Juni 2009

Link zum Listen-Eintrag

Link zur Züchterseite.

Leider kann ich Herrn Versteeg nicht mehr fragen, was ihn bewog, seiner Pflanze diesen Namen zu geben, denn er ist 2009 verstorben.

Und so machte ich mich nach vielen Jahren noch einmal auf den Weg zum Rhein um vielleicht dort eine Antwort auf meine Frage zu bekommen.

Nach gut einer Stunde sind wir in St. Goar angekommen. Sofort entdeckte ich das Café "Lorelei". "Ob dort wohl schon die Antwort zu finden ist?", fragte ich mich. So nahmen wir erst einmal draußen auf einem der Stühle Platz.

Ich bestellte mir einen Bananensplit, wie ich es wahrscheinlich auch vor über 40 Jahren getan hätte. Und tatsächlich - ich bekam eine Kreation, wie man sie in den 60ziger Jahren servierte: 3 Vanillebällchen aus der Plastik-Box, 1 Banane einmal quer aufgeschnitten, viel zu viel Sahne und eine zähe Schokoladensoße aus der Flasche.

Zumindest die Schokolade hatte eine farbliche Ähnlichkeit mit meinem Sempervivum. Ich beschloss weiter zu suchen.

In den Straßen von St. Goar spürte ich im Nacken einen neugierigen Blick.

Früher hielten sich die Bewohner des Dorfes in den engen Gassen Ziegen. Die Milch der Tiere war so wertvoll, dass man es sich nicht nehmen ließ, ihnen ein pfiffiges Denkmal zu schaffen.

Durch dieses Tor

ging es aus dem Ort hinaus und weiter über viele, viele Stufen

dem Gipfel entgegen. Wir kamen an der Burg Katz vorbei. Hinter der maroden Mauer steht ein wunderschönes Anwesen, das man leider nicht betreten darf. Ein Japaner hat es vor einigen Jahren gekauft und neu ausgebaut und niemand darf sehen, wie er jetzt lebt. Schade eigentlich!

Auf der Nordseite des Felsen haben sich ganze Kolonien von Tüpfelfarn (Polypodium vulgare) angesiedelt.

Und dann sind wir oben angelangt. Auf ca. 130m Höhe ü.d.M. gibt es noch saftiges Grün und die Gehölze haben keinen Krüppelwuchs.

Und dann kam der nächste Hinweis ...

ein Riesenschild! Und wieder lese ich Lorelei - mit einem "Y"!

Beim Café unten im Ort habe ich es einfach überlesen. Wollte es nicht wahrhaben ... Aber hier wird es ganz offensichtlich: die Lorelei - äh Loreley - schreibt sich wohl mit einem "Y"! Zweifel befallen mich. Bin ich auf der falschen Fährte? Etwas entmutigt setzte ich meine Suche fort. Jetzt würde mich nur noch der Fund eines echten Sempervivum heuffelii's aufheitern!

Aber ich fand nur ein paar Verwandte aus der Familie der Dickblattgewächse:

die große Fetthenne (Sedum telephium oder Hylotelethium telephium ssp. maximum) und weißer Mauerpfeffer (Sedum album).

Und dann sind wir oben auf der neuen Plattform der Lorelei - von mir aus auch Loreley - angekommen.

Die Aussicht von dort war für mich als Rhein-Fan grandios!

Nach einem kleinen Rundgang entdeckte ich noch eine Loreley:

Sie erschien mir sehr mächtig und herrisch. Die Lorelei aus meiner Kindheit ist in meiner Erinnerung viel lieblicher gewesen. Wenn die echte Loreley wirklich so aussah wie die Gipsstatue des italienischen Künstlers aus dem Jahre 1979, haben die Schiffer ihre Boote wohl eher vor Angst und Schrecken in den Sand gesetzt.

Auf dem Rückweg zu unserem motorisierten Zweirad muss ich mir eingestehen, dass ich auf meine Frage warum Herr Versteeg sein Sempervivum "Lorelei" genannt hat, keine Antwort gefunden habe. Und so starteten wir wieder in Richtung Heimat.

Doch: "Halt! Bleib mal stehen!!!" Im letzten Moment tippte ich meinem Mann auf die Schulter und bewegte ihn dazu anzuhalten.

Mitten auf einer Insel im Rhein sehe ich sie:

Jawohl! Das ist sie! So habe ich sie mir vorgestellt. Geheimnisvoll und von anmutiger Gestalt. Und ... : sie ist nicht blond. Sie ist vom dunkelsten Dunkel - wie das Sempervivum von Herrn Versteeg und mir. Ich glaube ich bin dem Geheimnis doch noch auf die Spur gekommen.

Glückseelig schalte ich zuhause den Computer an und schaue nach, was Wikipedia noch zu berichten weiß. Die schwarze Statue war ein Geschenk einer (russischen?) Prinzessin aus dem Jahre 1983. Das passt! Herr Versteeg könnte die schwarze Schönheit gesehen haben, bevor er seiner Züchtung 1988 den Namen Lorelei gab.

Weiterhin erfahre ich, dass in der keltischen Sprache ein schwarzer Schiefer-Fels als "Ley" bezeichnet wurde. Na also! Bei "Lore" ist man sich nicht einig. Aber lest doch selbst:

Die Loreley bei Wikipedia.

Vorher lasst euch aber noch etwas von mir berichten: ich habe ein allerletztes Indiz gefunden, das beweist, dass ich mit meiner These richtig liege! Bei Wikipedia steht nämlich, dass die Lorelay auch Lorelei, Lore-Ley, Lurelei oder Lurlei genannt wird. Überhaupt - da steht auch, dass noch viele andere Schreibweisen möglich sind.

Aber bitte liebe Leute: nicht bei uns - nicht in der Sempervivum-Liste!!!

Wir haben es uns doch zum Ziel gemacht, alle falsch deklarierten Sorten richtig zu stellen und Fantasienamen auszurotten.

In diesem Sinne freue ich mich über ein weiteres Jahr mit euch und über viele schöne Bilder und Beiträge von und mit Sempervivum.

Lorelei am 25.09.2009

Lorelei nach ihrer "Schwangerschaft" am 30.12.2011

Mein Sempervivum "Lorelei" habe ich mir übrigens 2009 bei Volkmar Schara gekauft. Ich war in seiner kleinen Sempervivum-Gärtnerei anläßlich des Treffens der GdS, Abteilung Sempervivum im Mai 2009.

 

Eure Anne majoRahn im Januar 2012

 

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Kommentare

Liebe majoRahn,

das war eine Semperecke genau nach meinem Geschmack - spannend, informativ und mit vielen schönen Bildern. smiley

Ganz herzlichen Dank für deine Mühe!

Liebe Grüße

Sempernicki

Hallo liebe majoRahn,

danke für diesen sehr schönen Bericht.

Ich bin bis jetzt nur mit der Bahn am Felsen vorbei gefahren.

Ein gesundes neues Jahr wünscht

 

 Rio

Liebe Sempernicki, lieber Ronny,

ganz herzlichen Dank für eure Kommentare. Es ist mir immer wieder eine Freude aus meinem "Sempervivum-Leben" zu berichten.

Und wenn ich damit auch anderen eine Freude machen kann, dann hat sich die "Mühe" auf jeden Fall gelohnt.

Rio, mit dem Zug ist man immer sehr schnell durch dieses wunderbare Tal gesaust - aber glaub mir, rechts und links des Rheines gibt es so schöne Wanderwege, für die es sich lohnt eine Reisepause einzulegen.

Herzliche Grüße majoRahn

Hallo liebe majoRahn,

 

ein großes Danke dafür, dass du mich mitgenommen hast auf diese spanndene Entdeckungsreise. 

Mir erging es dabei fast so wie der neugierigen Ziege. Ich konnte es kaum erwarten, um die nächste Ecke zu gucken.

Als wir vor einigen Jahren an einer geführten Radtour am Rhein entlang teilnahmen, machten wir am Lorelei-Felsen einen kurzen Halt und unser Tourführer erklärte uns die Stelle.

Jetzt habe ich die Lorelei aus anderer, viel unterhaltsamerer Sicht auch noch kennengelernt.

"Dunkelstes Dunkel", das werde ich mir merken. wink

 

Vielen  Dank dafür und lieben Gruß

Zaubergarten

 

Hallo majoRahn,

schon seit längerem verfolge ich Deine Semperecke. Sie ist immer ganz liebevoll gestaltet. Mach weiter so, auch wenn es viel Zeit in Anspruch nimmt. Von Deinem Blog bin ich übrigens auch ein heimlicher Fan, auch wenn ich mich nicht in Form von Kommentaren geoutet habe.

Viele liebe Grüße

Christian

Liebe Zaubergärtnerin,

ich weiß, du bist eine treue Leserin meiner Berichte. Deshalb freue ich mich um so mehr, wenn du immer wieder Freude an meinen Geschichten hast.

Lieber Christian,

über deinen Eintrag freue ich mich natürlich ganz besonders - reiht sich doch wieder ein neuer Name in die Leserschar ein. Herzlichen Dank für dein "Coming out" auch bezüglich meines Blogs. Es ist immer wieder toll, wenn hinter der Statistik ein neues "Gesicht" hervortritt.

So gesehen kann man nicht von "Mühen" reden - das ist Spaß pur!

Herzliche Grüße majoRahn

Hallo liebe Majorahn ,

Deine Geschichten sind soooo schön zu lesenyes . Die Geschichte von der Lorely  sehr spannend , liest sich fast wie ein Krimi ; ) und der Schluß FALL GELÖßt !

Ich kann nur sagen weiter so , schreib noch viele solche interessante Geschichten , daß wünscht sich der Hauswurz Karewink !!

hallo liebe majorahn,

es ist immer wieder schön, deinen so märchenhaft dargestellten

Schilderungen zu folgen.Es heißt immer" warum ist es am Rhein so schön",

na ja nach deinem Bericht, wird sich keiner die Frage stellen.

Aber unser Donautal, steht in nichts nach und wir haben sogar den Vorteil,

daß man beim Wandern ab und zu über eine Sempervivum stolpert, da wir eben

nicht nur 150mtr sondern zwischen 600 und 1000mtr. hoch liegen.

einen schönen Gruß aus Schwaben von,

rordose und rorchi (Rolf Krazeisen)

lieber Hauswurz-Kare.

Ich freue mich, dass ich dich mit meiner Geschichte unterhalten konnte. Ich versuche für jeden etwas Spannendes zu erzählen - mal interessiert es den einen, mal freut sich die andere darüber. Ich hoffe ich kann dich auch mit der nächsten Geschichte begeistern. Mir macht es immer noch viel Spaß über Semps zu schreiben und in meinem Kopf stecken noch viele Ideen. Und wenn man dann noch nette Rückmeldungen bekommt ...

Hallo Rorchi, hallo rordose.

Wenn mir DAS die Rheinhöhen noch bieten würden: das eigene Sempervivum! Das wäre perfekt! Ein Sempervivum namens "Rhein" gibt es noch nicht. Aber "Rheinkiesel" ist auch schön! Ich wünsche dir und deiner Frau noch viele schöne Wanderungen in den luftigen Höhen des Schwabenlandes und weiterhin Erfolg auf der Suche nach heimatlichen Semps. Wer weiß, vielleicht verschlägt's mich auch mal dort hin.

Herzliche Grüße von Anne majorahn. Ich hoffe ihr seht mir meine verspätete Rückmeldung nach.

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