Reisebereicht: Hlúpy vrch, Abhang

Gespeichert von jezour am Mi., 30.09.2020 - 10:01

Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag S. montanum ssp. carpathicum from Hlúpy vrch, Abhang

In diesem Reisebericht bleiben wir in Belianske Tatry, in einem Gebirgskamm, der senkrecht zu dem Hauptgebirgskamm von Vysoké Tatry ist. Belianske Tatry gehört gar nicht zu den ausgedehnten Gebieten, es geht um einen Nebengebirgskamm mit ein paar kleinen einsam emporragenden Bergen, der Gebirgskamm von Belianske Tatry ist nur 14 Kilometer lang, der höchste Berg heißt Havan und misst 2152 Meter. Dieser Nebengebirgskamm wird vor allem durch Kalkstein und Dolomit gebildet.
An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass Sempervivum montanum in der Natur nicht auf Kalkstein oder Dolomit wächst, diese Art wächst immer auf „saueren“ Gestein wie zum Beispiel Granit oder Gneis. Also Sempervivum montanum ssp. carpathicum in dem Gebiet, das vor allem durch Kalkstein oder Dolomit gebildet ist?
Schon mehr als 130 Jahre sind die Angaben von Sempervivum montanum ssp. carpathicum aus Belianske Tatry bekannt. Alle diese Angaben kommen aus einem kleinen Teil von Belianske Tatry – aus dem oberen Teil von Monkova dolina, unter dem Široké sedlo, weitere Angaben kommen aus den Abhängen von Hlúpy vrch. Da gibt es kleine Gebiete mit Schiefer oder Quarzit, gerade da gibt es die Naturstandorte von Sempervivum montanum ssp. carpathicum in Belianske Tatry.
Obwohl das Wetter während meines Besuches nicht so günstig für die Untersuchungen und Beobachtungen in der Bergen war, habe ich trotzdem einen Naturstandort von Sempervivum montanum ssp. carpathicum an den Abhängen des Berges Hlúpy vrch entdeckt. Dieser Naturstandort liegt in der Höhe von 1955 Meter über dem Meerspiegel, das Gestein wird Quarzit gebildet.
Dieser Naturstandort liegt an den Abhägen von Hlúpy vrch, an den Abhängen dieses Berges führt auch der touristische Weg zwischen Ždiar und Kopské sedlo. Der Naturstandort befindet sich nicht weit von Široké sedlo (sedlo = Sattel auf Deutsch), der touristischer Weg führt da gerade durch das Gebiet, das durch Quarzit gebildet wird. Am Naturstandort habe ich eine riesengroße Menge der Rosetten aller Größen beobachtet.
Die Rosetten wachsen vor allem in den Spalten zwischen den Steinen, an den Rändern der großen Steine, in den Felsspalten und auch teilweise im Gras in der Nähe der großen Steine. Alle Rosetten waren in der Zeit meines Besuches in guten Zustand, die Rosetten waren geöffnet und frisch grün gefärbt, nur wenige Rosetten hatten rot gefärbte Spitzen der Rosettenblätter.
Die Rosetten wachsen vor allem in Gruppen oder in Kolonien am Naturstandort. Die Gruppen enthalten oft um 15 Rosetten, die Kolonien können auch um 50 Rosetten enthalten. Viele Rosetten haben in der Zeit meines Besuches neue Ausläufer gebildet, die Rosetten vermehren am Naturstandort auch generativ. Am Naturstandort habe ich viele Blütenstengel beobachtet, es war zu früh für die Blüte am Naturstandort, die Rosetten haben da etwa um eine Woche später geblüht, am Naturstandort habe ich keine geöffnete Blüte gesehen.
Ich freue mich auf die Antworten.

LG,
Josef

Zum Naturformeneintrag

Zum Antworten auf den Reisebericht muss man sich hier auf  www.sempervivum-liste.de  einloggen.

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Comments

Sempernicki

Di., 02.11.2021 - 10:37

Hallo, lieber Josef,

gut, dass du die Rosetten im Nebel entdeckt hast! Die Bilder sind trotz der schlechten Bedingungen schön geworden.
Herzlichen Dank dafür und auch für den informativen Text. Die botanisch-geologischen Zusammenhänge finde ich auch immer interessant.

Liebe Grüße
Veronika