Reisebericht: Belogradčik O

Gespeichert von jezour am Mi., 17.06.2020 - 10:10

 Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag S. heuffelii from Belogradčik O

In diesem Reisebericht verschieben uns wieder in Richtung Westen, wir besuchen wieder die Gegend um der Stadt Belogradčik. Vielleicht erinnern sie sich an den Reisebericht über interessante Pflanzen von Jovibarba heuffelii, die an den Sandsteinfelsen unter der Stadt wachsen.
Die Stadt Belogradčik liegt in Nordwesten von Bulgarien, nicht weit von der Grenze zwischen Bulgarien und Serbien und auch nicht weit von der Donau. Die Gegend um der Stadt ist sehr gegliedert, es gibt zahlreiche Felsen, Felsenstädte da, etwa 21 Kilometer südlich von der Stadt emporragen schon die Berge des Gebirges Stara planina.
Obwohl Belogradčik vor allem durch die Sandsteinfelsen und durch die Sandstein-Felsenstädte berühmt ist, gibt es nicht nur Sandsteinfelsen in der Nähe der Stadt. Nördlich, nordöstlich und östlich von der Stadt emporragen steile Hügel, deren obigen Teile durch Kalkstein gebildet werden. Östlich von der Stadt befindet sich eine Sendestation – gleich neben der Sendestation gibt es schöne, hohe und steile Felsen. An diesen Felsen und an den Rändern der Felsen wachsen viele interessante Pflanzen und auch Jovibarba heuffelii.
Dieser Naturstandort liegt in der Höhe von 900 Meter über dem Meerspiegel, das Gestein wird durch Kalkstein gebildet. An diesem Naturstandort habe ich eine riesengroße Menge der Rosetten von Jovibarba heuffelii beobachtet. Am Naturstandort wachsen Rosetten aller Größen, die Rosetten wachsen an den Felswänden, in den Felsspalten und auch an den Rändern der Felsen.
Die Rosetten wachsen vor allem in den Gruppen am Naturstandort, einige Gruppen enthalten nur um 6 Rosetten, bei anderen kann man auch 20 Rosetten beobachten. Manchen Rosetten am Naturstandort waren wirklich groß, die größten Rosetten hatten um 10 Zentimeter im Durchmesser. Die Rosettenblätter der Rosetten waren blaugrün gefärbt, die Rosetten, die direkt an den Felswänden wachsen, hatten rot oder lila gefärbte äußere Rosettenblätter, die Rosettenblätter waren an beiden Flächen kahl.
In der Zeit meines Besuches haben wirklich viele Rosetten geblüht, es war etwa die zweite Hälfte der Blütezeit am Naturstandort in der Zeit meines Besuches. Die Rosetten am Naturstandort vermehren auch durch Teilung der Rosetten.
Weil es lange nicht geregnet hat und der Sommer in 2015 besonders trocken war, waren viele Rosetten eher geschlossen, die äußere Rosettenblätter bei vielen Rosetten waren auch getrocknet.
Sowieso handelt es um einen schönen Naturstandort. Ich freue mich auf die Antworten.

LG,
Josef

Zum Naturformen-Eintrag

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Comments

Sempernicki

Mi., 03.11.2021 - 09:46

Hallo, lieber Josef,

die Rosetten in der Sonne haben eine tolle Farbe.
Dann gibt es also die behaarten Rosetten in Bulgarien nur im Rilagebirge und Piringebirge?

Vielen Dank für den ausführlichen Reisebericht und die schönen Bilder!

Liebe Grüße

Veronika

Sempernicki

Mi., 03.11.2021 - 09:47

Hallo, liebe Veronika,

die Rosetten von Jovibarba heuffelii mit behaarten Rosettenblätter kennen wir sicher aus dem Piringebirge, Rilagebirge und Vitošagebirge.
Vielleicht wachsen diese auch in den höchsten Lagen von Stara planina Gegirge (in der Nähe des Berges Botev), vielleicht auch in den höchsten Lagen des Gebirges an der Grenze zwischen Griechenland und Bulgarien (südwestlich von der Stadt Petrič), in den höchsten Lagen des Rodopigebirges könnten diese auch wachsen (nur an den Abhängen der höchsten Berge). Leider fehlen Informationen und auch Beobachtung dazu.
Die Rosetten mit behaarten Rosettenblättern wachsen in Bulgarien immer an den Orten mit kältesten Klimabedingungen und mit häufigen und hohen Niederschlägen.

LG,
Josef