Reisebericht: Prohodna

Gespeichert von jezour am Mi., 22.04.2020 - 08:34

Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag S. heuffelii from Prohodna

In diesem Reisebericht verlassen wir das Gebirge Rodopi und verschieben uns in nordwestlichen Teil von Bulgarien. Nördlich von dem Gebirge Stara planina gibt es eine Hügellandschaft, die in Richtung Norden bis zu der Donau sinkt.
Durch diese Hügellandschaft fließt der Fluß Iskar, der südwestlich von der rumänischen Stadt Corabia in die Donau mündet. Gleich nördlich von dem Gebirge Stara planina fließt Iskar durch ein einges Tal, die Abhänge dieses Tales sind oft eng, über beiden Ufern des Flußes emporragen oft steile Felsen. Bei dem Dorf Karlukovo ist das Tal besonders eng, über beiden Ufern emporragen steile Felswänden, die durch Kalkstein gebildet werden, wir befinden uns in einem ausgedehnten Karstgebiet.
Bei dem Dorf Karlukovo befindet sich Prohodna – es handelt sich um eine Höhle, oder besser beschrieben, es handelt sich um eine mächtige und lange Karstbrücke, wahrscheinlich die größte Karstbrücke Bulgariens.
In der Nähe des nördlichen Portals habe ich einen Naturstandort von Jovibarba heuffelii gefunden. Der Naturstandort liegt in der Höhe von 230 Meter über dem Meerspiegel, das Gestein wird durch Kalkstein gebildet. Am Naturstandort habe ich eine große Menge der Rosetten aller Größen beobachtet.
Die Rosetten wachsen da vor allem an den steilen Felswänden, in den Felsspalten und oft auch an den Steinen und in der Nähe der Steine gleich unter den steilen Felswänden. Die Rosetten, die ich am Naturstandort beobachtet habe, waren größer als die Rosetten, die ich an anderen Naturstandorten in Bulgarien beobachtet habe. Die Rosettenblätter waren grünblau oder sehr hell blau gefärbt, es schien, wie die Oberfläche der Rosettenblätter durch eine Schicht von Wachs bedeckt wurde. Die Farbe der Rosettenblätter hat ähnlich wie die Farbe der Rosettenblätter von Jovibarba heuffelii aus z. B. den Naturstandorten in Mazedonien ausgesehen. Die Rosettenblätter haben auch lange und spitzige Spitzen.
Die Rosetten vermehren am Naturstandort durch Teilung, sie vermehren auch generativ da. Ich habe ein paar Rosetten mit den Blütenstengeln beobachtet, geöffnete Blüte habe ich am Naturstandort leider nicht beobachtet, es war zu früh, die Rosetten haben etwa eine Woche später geblüht.
Die Angabe der Meereshöhe andeutet, dass der Naturstandort ziemlich niedrig liegt. Es ist auch ziemlich warm während Sommers da. Trotzdem finde ich diesen Naturstandort interessant, die Naturstandorte aus diesem Teil von Bulgarien sind wenig bekannt oder fast unbekannt.
Ich freue mich auf die Antworten.

LG,
Josef

Zum Naturformen-Eintrag

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Comments

Sempernicki

Mi., 03.11.2021 - 10:37

Hallo, liebe Veronika,

gleich vor den steilen Felswänden wachsen niedrige Bäume oder Sträucher. Also die Rosetten, die unten wachsen, wachsen wirklich mehr im Schatten (wenn die Bäume und Sträucher beblättert sind), die Rosetten oben an den Wänden wachsen dann in der vollen Sonne.

Viele Grüße,
Josef