Reisebericht: Yagodina, Ushite 1

Gespeichert von jezour am Mi., 25.03.2020 - 11:13

Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag Sempervivum sp. from Yagodina, Ushite

In diesem Reisebericht bleiben wir auch in dem ausgedehnten Gebirge Rodopi. Dieses Gebirge erstreckt sich auf einem riesengroßen Gebiet in südlichen Teil von Bulgariens, ein kleines Teil des Gebirges gibt es auch in dem nordöstlichen Teil von Griechenland.
In diesem Reisebericht bleiben wir in der Umgebung des Dorfes Yagodina, wir bleiben auch an dem gleichen Hügel. In der Nähe von Yagodina befindet sich ein Karstgebiet mit tiefen und engen Tälern und auch mit zahlreichen Höhlen. Gleich über dem Dorf emporragt ein Hügel, für diesen Hügel habe ich in der Landkarte den Namen Ushite gefunden. Einen Naturstandort von Jovibarba heuffelii habe ich schon vorgestellt, oben am Hügel wachsen auch die Pflanzen der Gattung Sempervivum.
An den Abhängen in der Nähe des Gipfels dieses Hügels gibt es zahlreiche kleine Felsen und große Steine, die Abhänge sind ganz steil und an den südlich orientierten Abhängen wachsen wenige Bäume und Sträucher, oben bei dem Gipfel des Hügels fast keine. In diesem Fall hatte ich Glück – an einem kleinen Felsen habe ich einen kleinen Naturstandort von Semperivum gefunden.
Dieser Naturstandort liegt in der Höhe von 1505 Meter über dem Meerspiegel, das Gestein wird Kalkstein gebildet. Der Naturstandort ist gar nicht ausgedehnt, ist klein, nur etwa 4 Quadratmeter. Trotzdem habe ich an diesem Naturstandort eine riesengroße Menge der Rosetten beobachtet, alle Rosetten waren in guten Zustand. Die Rosetten wachsen da vor allem in den in den Felsspalten, in der Nähe der Felsen und auch in der Nähe der großen Steine. Die Rosetten bilden kleine Gruppen am Naturstandort, die Gruppen enthalten meistens um 10 Rosetten.
Die meisten Rosetten waren sehr klein, sie hatten etwa 2 Zentimeter im Durchmesser, nur wenige Rosetten waren größer, die größten Rosetten hatten etwa 4 Zentimeter im Durchmesser. Die Rosettenblätter sind dicht kurz behaart an beiden Flächen, sehen silbrig, silber-bronze oder silber-lila aus, die Spitzen der Rosettenblätter sind kurz und richten oft in die Mitte der Rosette. In der Zeit meines Besuches haben einige Rosetten neue Ausläufer gebildet, leider habe ich keine blühende Rosette am Naturstandort gefunden, die Beobachtung der Blüten also fehlt.
In der Überschrift des Reiseberichtes steht Sempervivum sp., also ohne genaue Artbestimmung. Ich weiß, dass die Rosetten ähnlich wie Sempervivum erythraeum aussehen. Die Blüten der Rosetten an diesem Naturstandort habe ich leider nicht beobachtet und gegen Sempervivum erythraeum sprechen mehrere Merkmale. Vor allem mir sind keine Beobachtung von Sempervivum erythraeum aus den Naturstandorten mit Kalkstein bekannt, persönlich habe ich Sempervivum erythraeum nie auf Kalkstein beobachtet. Obwohl die Rosetten viele Rosettenblätter beinhalten, haben die Rosettenblätter eine unterschiedliche Gestalt – vor allem die Spitzen der Rosettenblätter sind kürzer als bei Sempervivum erythraeum, die Spitzen sind eher eiförmig, nicht lanzettlich. Darum habe ich in der Überschrift sp. geschrieben. Achtung – Sempervivum erythraeum wächst in dem Gebirge Rodopi!
Es lohnt sich wirklich den Hügel Ushite zu besuchen, oder? Ich freue mich auf die Antworten.

LG,
Josef

Zum Naturformen-Eintrag

Zum Antworten auf den Reisebericht muss man sich hier auf  www.sempervivum-liste.de  einloggen.

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Comments

Sempernicki

Mi., 03.11.2021 - 11:02

Hallo, lieber Josef,

mal wieder eine dieser besonders interessanten Pflanzen, bei denen man seine Bücher hervorholt und erst mal schaut, was es denn für ähnliche Naturformen gibt. Eine Mischung aus "erythraeum-Blut" und vielleicht etwas S. zeleborii? S. zeleborii gibt es ja auf Kalkstein.
Wirklich ein Jammer, dass keine Blüten vorhanden waren.

Aber sehr schön sind sie auf jeden Fall - auch ohne Namen.

Vielen Dank für den interessanten Bericht und die schönen Bilder.

Liebe Grüße
Veronika

Sempernicki

Mi., 03.11.2021 - 11:03

Hallo, liebe Veronika,

es gibt immer eine Hoffnung, dass dieses Rätsel gelöst wird, man muss nur warten. Die Pflanzen könnten nicht nur zu S. ruthenicum/S. zeleborii gehören, sondern auch zu S. marmoreum.
Leider weiß man wirklich wenig über Hauswurz im Gebirge Rodopi, es gibt sicher viele Naturstandorte von Hauswurz in diesem Gebirge.

LG,
Josef