Reisebericht: Nastan, SO

Gespeichert von jezour am Mi., 08.04.2020 - 14:05

Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag S. marmoreum ssp. erythraeum from Nastan, SO

In diesem Reisebericht bleiben wir wieder in dem Gebirge Rodopi. Das ganze Gebirge Rodopi dehnt sich auf einem riesengroßen Gebiet in südlichen Teil Bulgariens aus, ein kleiner Teil des Gebirges liegt auch in Griechenland. Es handlet sich eher um eine Hügellandschaft mit einigen ziemlich hohen Bergen. Auf dem Gebiet des Gebirges Rodopi befinden sich viele Höhlen, tiefe und enge Täler und auch viele Felsen oder interessante Hügel und Berge.
Der Ort Nastan liegt auch in dem Gebirge Rodopi, etwa nordöstlich von der Stadt Dospat, der Ort befindet sich in einem tiefen Tal eines Flußes, durch das Tal führt eine Straße und über der Straße emporragen viele steile und hohe Felsen. Nicht weit von dem südöstlichen Rand des Ortes habe ich einen Naturstandort von Sempervivum erythraeum gefunden.
Der Naturstandort liegt an den steilen felsigen Abhang am südlichen Rand von Nastan fast unten in dem Tal. An dem Abhang gibt es zahlreiche Felsen, an diesen Felsen wachsen ab und zu kleine Sträucher, aber keine Bäume. Diesen felsigen Abhang ist südlich orientiert, es gibt also genug Wärme und Licht da.
Der Naturstandort liegt in der Höhe von 745 Meter über dem Meerspiegel, das Gestein wird wahrscheinlich durch Schiefer gebildet (ich bin leider kein Geologe, darum bin ich nicht fähig das Gestein so genau bestimmen). An dem Naturstandort wächst eine riesengroße Menge der Rosetten aller Größen. Die Rosetten wachsen am Naturstandort vor allem an den Felsen, in den Felsspalten und auch in der Nähe der Felsen, sie wachsen in kleinen oder auch in großen Gruppen und Kolonien da.
In der Zeit meines Besuches waren alle Rosetten in den guten Zustand. Weil es lange nicht geregnet hat (warmer und trockener Sommer 2015), waren viele Rosetten eher geschlossen. Die Rosettenblätter waren an den beiden Flächen dicht kurz drüsig behaart, die Rosettenblätter waren meistens blau-grün oder blau-lila gefärbt und haben eine hohe Anzahl der Rosettenblätter beinhaltet – also ein typisches Merkmal für Sempervivum erythraeum. Die Spitzen der Rosettenblätter richten oft nach außen von der Rosettenmitte. In der Zeit meines Besuches haben viele Rosette neue Ausläufer gebildet. Leider habe ich am Naturstandort keine blühende Rosette gefunden.
In diesem Fall handelt es sich um einen schönen Naturstandort. Die Angaben sprechen, dass Sempervivum erythraeum in dem Gebirge Rodopi wächst, in den Angaben in der Literatur fehlt, wo genau die Naturstandort im Gebirge liegen. Durch diesen Fund wurde bestätigt, dass Sempervivum erythraeum wirklich in dem Gebirge Rodopi wächst, es gibt sicher weitere Naturstandorte von Sempervivum erythraeum da. Leider wurde Sempervivum erythraeum in dem Gebirge Rodopi selten gesucht.
Ich freue mich auf die Antworten.

LG,
Josef

Zum Naturformen-Eintrag

Zum Antworten auf den Reisebericht muss man sich hier auf  www.sempervivum-liste.de  einloggen.

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Comments

Sempernicki

Mi., 03.11.2021 - 11:17

Hallo, lieber Josef,

wenn ich es nun richtig verstanden habe, dann unterscheiden sich diese Rosetten von denen ohne Namen aus Yagodina hauptsächlich durch die Stellung der Rosettenblätter und deren Anzahl. Also in Nastan die Spitzen nach außen gerichtet und viele - und die unbekannten nach innen und weniger. Da muss man erst mal drauf kommen.

Gut, dass du im Rodopi-Gebirge einen Standortgefunden hast.

Danke für die Informationen und die schönen Bilder!

Liebe Grüße und schon mal schöne Ostertage

Veronika

Sempernicki

Mi., 03.11.2021 - 11:17

Hallo, liebe Veronika,

es gibt noch ein Unterschied - die Gestalt der Rosettenblätter. Die Rosettenblätter der Pflanzen aus dem Naturstandort über Yagodina haben ein bisschen längere Spitzen, die Rosettenblätter sind ein bisschen enger in den oberen Drittel. Die Rosettenblätter der Pflanzen aus dem Naturstandort bei Nastan hatten kürzere Spitzen und sind gleich unter der Spitzen breiter.
Die Pflanzen aus dem Naturstandort bei Nastan haben schon bei mir geblüht (wirklich die Blüte von S. erythraeum), die anderen leider noch nicht.

LG und auch schöne Ostertage,
Josef