Reisebericht: Beli Iskar

Gespeichert von jezour am Do., 27.02.2020 - 16:43

Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag S. marmoreum ssp. erythraeum from Beli Iskar

In diesem Reisebericht bleiben wir immer noch in dem Gebirge Rila, wir bleiben auch in dem nördlichen Teil des Gebirges in der Nähe der Stadt Samokov. Die Stadt Samokov liegt gleich unter den Bergen auf dem nördlichen Fuß des Gebirges Rila, es handelt sich eher um eine kleine Stadt, trotzdem geht es um eine wichtige Kreuzung der Wege.
Nur 4 Kilometer südlich von der Stadt emporragen schon die ersten Hügel und Berge, die Abhänge sind steil. Besonders steil finde ich die Abhänge in den Tälern der Flüße, die Abhänge im Tal des Flußes Iskar in der Nähe des Dorfes Beli Iskar sind auch steil und auch sehr felsig. Da habe ich Hauswurz gesucht und über der Straße im Tal des Flußes Iskar habe ich einen Standort von Sempervivum erythraeum an den Felsen gefunden. Der Standort ist ziemlich groß, es handelt sich um große ausgedehnte steile Felsen, die östlich und teilweise südöstlich orientiert sind. Der Standort liegt in der Höhe um 1070 Meter über dem Meerspiegel, das Gestein wird durch Granit gebildet.
Am Naturstandort habe ich eine riesengroße Menge der Rosetten beobachtet. Die Rosetten wachsen da vor allem in Gruppen und in Kolonien, einige Rosetten wachsen auch vereinzelt. Einige Gruppen der Rosetten haben auch mehr als 40 Rosetten beinhaltet. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass alle Rosetten besonders mächtig und groß waren. Die große Rosetten messen gewöhnlich um 6 Zentimeter im Durchmesser, die größten Rosetten hatten um 10 Zentimeter im Durchmesser.
Alle Rosettenblätter waren dicht kurz drüsig behaart an beiden Flächen, die Rosettenblätter waren vor allem grünblau oder blaugrau gefärbt. Die äußeren Rosettenblätter waren in meisten Fällen lila, lila braun, lila rot oder hell braun gefärbt.
Alle Rosetten am Naturstandort waren in guten Zustand, viele Rosetten haben neue Ausläufer gebildet, einige Rosetten haben auch geblüht. Ich habe schon erwähnt, dass die Rosetten groß am Naturstandort waren, das gleiche gilt auch für die Blütenstängel. Auch die Blütenstängel waren besonders hoch, einige Blütenstängel haben etwa 50 Zentimeter gemessen. Auch die Blätter an den Blütenstängel waren dicht kurz drüsig behaart an den beiden Flächen, die Rosetten waren lila rot oder dunkel lila gefärbt.
Am Naturstandort habe ich auch geöffnete Blüten beobachtet. Die Blüten haben von 13 bis 16 Kronblätter beinhaltet. Ich möchte auf ein wichtiges Merkmal aufmerksam machen. Die Kronblätter haben in der oberen Drittel sehr enge weiße Streifen an den Rändern, in unteren drei Drittel waren die Kronblätter nur dunkel rosa gefärbt. Bei einigen Blüten habe ich die weißen Streifen in der ganzen Länge der Kronblätter beobachtet, die weißen Streifen waren besonders eng. Solche Blüten (also mit Streifen an den Rändern der Kronblätter) habe ich nur an diesem Naturstandort beobachtet.
Es muss noch erwähnt werden, dass dieser Naturstandort von Sempervivum erythraeum besonders niedrig liegt und die Eigenschaften der Pflanzen sind ständig auch in Kultur.
Ich freue mich auf die Antworten.

LG,
Josef

Zum Naturformen-Eintrag

Zum Antworten auf den Reisebericht muss man sich hier auf  www.sempervivum-liste.de  einloggen.

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Comments

Sempernicki

Mi., 03.11.2021 - 11:57

Hallo Josef,

diese Semps sind ein Traum, da könnte ich mich sofort verlieben.

Danke, dass wir sie sehen dürfen.

Liebe Grüße aus dem winterlichen Münchener Osten.

Beatrix

Sempernicki

Mi., 03.11.2021 - 11:57

Hallo, lieber Josef,

da sind ja wirklich enorm große Rosetten dabei.

Die weißen Streifen an den Kronblättern sind ja schon seltsam. Kein Bastard mit einer anderen Pflanze aus dem marmoreum-Bereich möglich? Wahrscheinlich nicht, sonst hättest du es erwähnt.

Vielen Dank für diesen interessanten Reisebericht und die schönen Bilder von den prächtigen Exemplaren!

Liebe Grüße

Veronika

Sempernicki

Mi., 03.11.2021 - 11:58

Riesige Rosetten in einem riesig interessanten Bericht!
Lieber Josef, du verwöhnst uns immer wieder durch deine phantastischen Reiseberichte.

Liebe Grüsse, Joop.

Sempernicki

Mi., 03.11.2021 - 11:59

Hallo zusammen,

es freut mich, dass der Reisebericht allen so gefallen hat. Für eine bessere "Vorstellung" über den weißen Streifen an den Rändern hänge ich noch ein Bild an.

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Dieser Naturstandort ist ein Ergebnis der guten Vorbereitung vor der Reise, selbstverständlich mit der Hilfe der GoogleEarth und Luftbilder da.

Am Naturstandort habe ich nur Sempervivum erythraeum beobachtet. Ein Naturstandort von Sempervivum marmoreum kann trozdem nicht ausgeschlossen werden, denn ich habe nur ein kleines Stück des Tales untersucht. Weitere Untersuchungen in der Umgebung sind darum nötig.

LG,
Josef