Reisebericht: Kasprov vrch, SW Abhang

Gespeichert von jezour am Mi., 05.05.2021 - 11:39

Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag S. montanum ssp. carpathicum – Kasprov vrch, SW Abhang

In diesem Reisebericht bleiben wir wieder bei dem Thema Sempervivum montanum ssp. carpathicum, wir bleiben auch auf dem Gebiet der Slowakei, obwohl der Naturstandort fast an der Grenze zu Polen liegt. In diesem Reisebericht verlassen wir das Gebirge Vysoké Tatry und verschieben uns in das Gebirge Západné Tatry.
Der Hauptgebirgskamm des Gebirges Vysoké Tatry endet in dem Sattel Ľaliové sedlo in Westen, östlich von diesem Sattel fängt schon der Hauptgebirgskamm von Západné Tatry an. Das Gebirge Západné Tatry liegt auch in Norden von Slowakei, ein kleiner Teil des Gebirges liegt in Polen, der Hauptgebirgskamm von Západné Tatry bildet nämlich die Grenze zwischen der Slowakei und Polen in der Länge von etwa 23 Kilometer. Der höchste Berg von Západné Tatry heißt Bystrá und misst 2248 Meter. Der östlichen Teil von Západné Tatry wird Červené vrchy genannt – wegen der roten (červený = rot) Färbung von Juncus trifidus in Spätsommer und in Anfang von Herbst.
Der Berg Kasprov vrch liegt etwa 1 Kilometer nordwestlich von Ľaliové sedlo, der Gipfel des Berges misst 1987 Meter. Dieser Berg gehört zu den meist besuchten Bergen in dem Gebirge Západné Tatry, fast an den Gipfel des Berges führt eine Seilbahn aus Kuźnice, aus dem Ort am Rande der Stadt Zakopane. An den nordlichen Abhängen von Kasprov vrch gibt es nämlich zahlreiche Pisten, im Sommer wird die Seilbahn auch genutzt, viele Touristen fahren nach oben. Die meisten Leute führen kurze Wanderungen in der Nähe des Gipfels von Kasprov vrch durch, einige Touristen beginnen da mit einer Wanderung in Richtung Westen – mit Absicht den Gebirgskamm von Červné vrchy zu besuchen.
Der Gebirgskamm von Červené vrchy führt in Richtung Osten – Westen, die südlichen Abhängen sind ausgedehnt und felsig, also wirklich geeignet für die Naturstandorte von Hauswurz. Unter dem Gipfel des Berges Kasprov vrch, an den südwestlichen Abhängen des Berges, habe ich einen Naturstandort von Sempervivum montanum ssp. carpathicum fast neben dem touristischen Weges gefunden.
Der Naturstandort liegt in der Höhe von 1900 Meter, das Gestein wird wieder durch Granit gebildet. Am Naturstandort habe ich eine riesengroße Menge der Rosetten aller Größen beobachtet, alle Rosetten waren in guten Zustand in der Zeit von meinem Besuch.
Der Naturstandort wurde durch die großen Steinen gebildet, in der Nähe der Steinen sind dicht die Sträucher von Vaccinium myrtillus gewachsen. Die Rosetten wachsen da vor allen an den Rändern der Steine, in den Lücken zwischen den Steinen und auch in der Nähe der Steine. Viele Rosetten wachsen versteckt unter den Sträuchern der Heidelbeeren, weitere Rosetten wachsen teilweise beschattet im Gras.
Die Rosetten wachsen in kleinen Gruppen am Naturstandort, solche Gruppen beinhalten oft um 10 Rosetten, es gibt auch größere Gruppen am Naturstandort zu finden. Die meisten Rosetten waren frisch grün gefärbt, die Rosetten, die an den Rändern der großen Steine gewachsen sind, hatten lila oder dunkel rot gefärbten äußeren Rosettenblätter. Viele Rosetten hatten auch lila gefärbte Spitzen der Rosettenblätter, aber wirklich nur die Spitzen der Spitzen von Rosettenblätter.
Alle Rosetten waren geöffnet, viele Rosetten hatten neue Ausläufer gebildet, die Ausläufer waren kurz. Einige Rosetten haben auch geblüht in der Zeit meines Besuches. Die geöffneten Blüten hatten eine Gestalt des breiten Kelches und beinhalten wirklich eine große Menge der Petalen – von 14 bis 17 Petalen. Die Petalen hatten immer einen helleren Streifen an den Rändern. Es scheint, dass die Rosetten an diesem Naturstandort regelmäßig blühen, ich habe da auch viele vertrocknete Blütenstengel gefunden.
Es lohnt sich um einen schönen Naturstandort an den südwestlichen Abhängen von Kasprov vrch – schöne Pflanzen, schöne Gegend und in einem schönen Wetter wunderschöne Aussichte.
Ich freue mich auf die Antworten.

LG,
Josef

Zum Naturformen-Eintrag

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Comments

Sempernicki

Mo., 01.11.2021 - 11:52

Danke lieber jezour

für den schönen Bericht von dieser Exkursion in ein wunderbares Gebiet.

Ich liebe diese frischgrünen Farben von S. montanum!

Herzliche Grüße aus dem Münchner Osten
Beatrix

Sempernicki

Mo., 01.11.2021 - 11:53

Hallo, lieber Josef,

es war mir bisher gar nicht aufgefallen, dass die S. montanum carpathicum immer weiße Streifen an den Blütenblättern haben.
Kann es sein, dass die Blüten auf dieser Wanderung (auch vorige Reiseberichte) ein dunkleres Rot haben als in andern Gegenden? Oder liegt das daran, dass sie frisch aufgeblüht waren?

Herzlichen Dank!

Liebe Grüße

Veronika

Sempernicki

Mo., 01.11.2021 - 11:54

Hallo, liebe Veronika,

vielen Dank für deine Frage. Das Blütenbild ist ein bisschen dunkler in diesem Fall, die Farbe auf diesem Bild täuscht ein bisschen.

Die Farbe der Petalen ist wirklich variabel an den Naturstandorten von Sempervivum montanum ssp. carpathicum in Vysoké Tatry und auch in Západné Tatry. Die Farbe der Petalen bei den Blüten an einigen Naturstandorten ist ziemlich satt, an einigen Naturstandorte dann hell, an weiteren Naturstandorten ist die Farbe der Petalen etwa dazwischen.
Obwohl ich in Vysoké und in Západné Tatry Sempervivum montanum ssp. carpathicum an ziemlich vielen Naturstandorten beobachtet habe, handelt es wirklich nur um einen kleinen Teil des Verbreitungsgebiets von Sempervivum montanum ssp. carpathicum. Auch wenn die Beobachtungen aus dem Gebirge Nízké Tatry dazugerechnet wird, immer wurde nur ein kleiner Teil des Verbreitungsgebiets von Sempervivum montanum ssp. carpathicum vorgestellt. Meine Beobachtungen sagen nicht gänzlich über der Situation aus dem ganzen Verbreitungsgebiets aus.

Die Farbe an den Rändern der Petalen ist häufig heller bei Sempervivum montanum allgemein. Bei den Pflanzen aus Karpaten sind fast die helle Streifen an den Rändern der Petalen, selbstverständlich diese helle Streifen sind sehr eng - z. B. im Vergleich mit den hellen oder weißen Streifen an den Petalen von S. marmoreum.

LG,
Josef