Reisebericht: Visegrád, unter der Burg 2

Gespeichert von jezour am Mi., 20.04.2022 - 08:44

Reisebericht von Josef Ježek zum Naturformen-Eintrag S. marmoreum ssp. matricum from Visegrád, unter der Burg

Sempervivum matricum – Visegrád unter der Burg

In diesem Reisebericht bleiben wir an dem gleichen Naturstandort. Dieser Naturstandort befindet sich in dem Städtchen Visegrád in Ungarn.
Das Städtchen Visegrád liegt an dem rechten Ufer der Donau an den Abhängen des Gebirges Visegrádi-hegység. Das Gebirge Visegrádi-hegység dehnt sich in dem nördlichen Teil von Ungarn aus, wird durch das Gebirge Pilis im Süden und durch den Fluß Donau im Norden und im Osten abgegrenzt, das Städtchen Visegrád liegt also an dem nördlichen Rand des Gebirges. Das Gebirge Visegrádi-hegység hat einen vulkanischen Ursprung und wird durch tiefe Täler gegliedert, die Abhänge über den Tälern sind besonders steil.
Das Städtchen Visegrád hat eine interessante und lange Historie. Heute handelt es um ein Städtchen an dem rechten Ufer der Donau, in dem Städtchen gibt es zwei Burgruinen. Die Burg oben ist älter und befindet sich an den Rändern der besonders steilen und felsigen Abhängen. An diesem Abhängen unter der Burg habe ich Hauswurz an einem Naturstandort beobachtet. Über Jovibarba hirta var. hirta habe ich in den letzten Reisebericht geschrieben – an dem Naturstandort wächst nicht nur Jovibarba hirta var. hirta, sondern auch Sempervivum matricum, Sempervivum matricum möchte ich in diesem Reisebericht vorstellen.
Sempervivum matricum habe ich auch an den steilen Felsen unter der Burg beobachtet. Obwohl es sich um nördliche Abhänge handelt, sind die Felsen besonders gegliedert, an den Felsen gibt es viele Orte, die östlich oder westlich orientiert sind, an diesen Orten wachsen auch Sempervivums und Jovibarbas. Sempervivum matricum habe ich in der Höhe um 305 Meter beobachtet. Auch in diesem Fall handelt es um die obere Grenze der Verbreitung an diesem Naturstandort, die Felsen sind besonders mächtig und Sempervivum matricum wächst sicher auch niedriger an den Felsen. Das Gestein wird durch Andesit gebildet.
Am Naturstandort habe ich eine große Menge der Rosetten von Sempervivum matricum beobachtet. Die Rosetten von Sempervivum matricum wachsen in den Gruppen und auch in den Kolonien am Naturstandort, selbstverständlich ist es möglich auch einzeln wachsende Rosetten am Naturstandort zu finden. In den Gruppen wachsen meistens um 8 Rosetten, in den Kolonien ist es möglich auch 30 Rosetten zu beobachten. Die Rosetten wachsen vor allem in den Felsspalten, an den Rändern der Felsen und auch direkt an den Felsen am Naturstandort.
Viele Rosetten am Naturstandort waren nur teilweise geöffnet während meines Besuches in den ersten Drittel Frühlings. Die meisten Rosetten hatten dunkel rot oder lila gefärbte äußere Flächen der äußeren Rosettenblätter. Die Rosetten, die schon im Wachstum waren, hatten nur dunkel rot und lila gefärbte Spitzen der Rosettenblätter, der Rest der Rosettenblätter war frisch grün oder dunkel grün gefärbt.
Einige Rosetten am Naturstandort haben schon erste Ausläufer gebildet, die meisten Ausläufer, die ich am Naturstandort gesehen habe, sind aus dem letzten Saison gekommen. Die Rosetten vermehren sicher auch generativ an diesem Naturstandort, denn ich habe etwa 3 vertrocknete Blütenstengel von Sempervivum matricum am Naturstandort gefunden.
Es ist auch nötig zu erwähnen, dass Jovibarba hirta var. hirta und Sempervivum matricum vermischt am Naturstandort wachsen. Wie schon erwähnt wurde, handelt es um einen wunderschönen Naturstandort in diesem Fall und es lohnt sich das Städtchen Visegrád zu besuchen.

Viele Grüße,
Josef

Zum Naturformen-Eintrag

Zum Antworten auf den Reisebericht muss man sich hier auf  www.sempervivum-liste.de  einloggen.

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  • 15. April 2017
    Am Naturstandort habe ich auch ein paar vertrockneten Blütenstengel gefunden
  • 15. April 2017
    Blick aus den Felsen unter der Burg auf der Donau
  • 15. April 2017
    Die Rosetten wachsen auch in den Kolonien am Naturstandort
  • 15. April 2017
    Viele Rosetten am Naturstandort waren fast geschlossen, die äußere Flächen der Rosettenblätter waren dunkel rot oder lila gefärbt
  • 15. April 2017
    Eine Gruppe der Rosetten von Sempervivum matricum am Naturstandort
  • 15. April 2017
    Einige Rosetten sind wieder gewachsen, die Rosettenblätter waren vor allem frisch grün gefärbt

Comments

Sempernicki

Mi., 20.04.2022 - 11:21

Hallo, lieber Josef,

als ich 1988 die Burg dort besuchte, habe ich zwar nach den schönen Blütenpflanzen in den Wiesen in der Gegend geschaut, aber ich wusste noch gar nicht, dass es überhaupt Pflanzen namens Sempervivum gibt. Aber die Gegend ist wirklich beeindruckend.

Vielen Dank für deine schönen Bilder und den ausführlichen Reisebericht!

LG

Veronika